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Donnerstag, 04.02.2016

Unternehmensgründungen in Deutschland durch italienische Unternehmer sind beliebt. Welche Vorteile hat eine Unternehmensgründung in Deutschland und welche Gesellschaftsformen gibt es? Der nachfolgende Artikel bietet eine kurze Übersicht.

Eine Unternehmensgründung in Deutschland kann zur Vergrösserung der eigenen Marktanteile führen. Die grössere räumliche Nähe zum deutschen Kunden und der Vertrauensgewinn gegenüber dem deutschen Kunden durch ein deutsches Unternehmen mit eigener Rechtspersönlichkeit an einem deutschen Standort können sich im Vergleich zur blossen Errichtung einer Niederlassung durchaus gewinnbringend auswirken.

Die Gesellschaftsformen nach dem deutschem Recht sind denen des italienischen Rechts ähnlich. Es wird – wie in Italien auch - unterschieden zwischen Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften. Während sich die Haftung der Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt, haften die Gesellschafter von Personengesellschaften auch mit ihrem Privatvermögen.

Die verbreitetsten Formen einer Kapitalgesellschaft in Deutschland sind die Aktiengesellschaft (AG) und die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), die einer italienischen S.r.l. (Società a responsabilità limitata) vergleichbar ist. Als Personengesellschaften finden sich in Deutschland vor allem die offene Handelsgesellschaft (oHG) sowie die Kommanditgesellschaft (KG).

Unter den Gesellschaftsformen ist die GmbH (entspricht der S.r.l. nach italienischem Recht) diejenige Gesellschaft, die von ausländischen Unternehmen bei Gründung eines Unternehmens in Deutschland am häufigsten gewählt wird. Im Aufschwung begriffen IST auch die im Jahr 2009 neu eingeführte Unternehmergesellschaft (UG), die eine Sonderform der GmbH darstellt.

Grund für die zahlreichen Gründungen von GmbHs ist zum einen, dass die Haftung der Gesellschafter auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt ist. Das Entfallen der persönlichen Haftung der Gesellschafter ist ein Vorteil, und zwar gerade auch für Unternehmer, die einen neuen Markt erst noch erschliessen möchten, dessen Gewinne noch gar nicht sicher sind. Eine persönliche Haftung der Gesellschafter kann allenfalls dann eintreten, wenn die Gesellschafter als Geschäftsführer agieren und ihre Sorgfaltspflichten verletzen. Ein weiterer Vorteil der GmbH ist, dass die Möglichkeiten der Gläubiger zur Durchsetzung ihrer Forderungen auf das deutsche Unternehmen beschränkt bleiben. Würde es sich hingegen nur um eine Niederlassung des italienischen Unternehmens in Deutschland handeln, könnten die Gläubigerforderungen entsprechend auch gegenüber dem Hauptsitz in Italien durchgesetzt werden. Schliesslich liegt ein weiterer erheblicher Vorteil auch darin begründet, dass sich eine GmbH vergleichsweise einfach und schnell gründen lässt und sich im Vergleich zur derzeitigen steuerrechtlichen Situation in Italien jedenfalls nicht deutlich nachteilig darstellt.

Bei Gründung einer GmbH ist ein Mindeststammkapital einzubringen von derzeit € 25.000,-Die Gründung einer GmbH kann durch einen einzigen Gesellschafter erfolgen. Neben natürlichen Personen können auch juristische Personen an der Gründung einer GmbH beteiligt sein. Für die sogenannte UG, die eine Sonderform der GmbH ist, ist sogar nur ein Mindestkapital von € 1,- erforderlich und es gelten im Hinblick auf ihre Gründung weitestgehend die gleichen Regeln wie für die Gründung einer GmbH.

 

Studio Legale Reichel

Beatrix Grossblotekamp, LL.M.

Rechtsanwältin

04.02.2016